Liebe Familie, Freunde und Bekannte!!!

Ich habe während meines Freiwilligendienstes in Indien die spannensten Erfahrungen gemacht und möchte euch gerne daran teilhaben lassen.

Deshalb lade ich euch herzlich zu meinem öffentlichem Vortrag:

„Mein Jahr in Indien“

- Patrick Glandorf berichtet über seine Zivildienstzeit in Indien -

am 17.11.2011 um 19:00 Uhr in den Bürgersaal in Goldenstedt ein.

Es erwarten euch atemberaubende Bilder, beeindruckende Videos und ein persönlicher Erfahrungsbericht.

Der Eintritt ist selbstvertändlich frei.

Über euer Erscheinen würde ich mich sehr freuen.

Genaue Adresse:

Bürgersaal Goldenstedt

Hauptstraße 39
49424 Goldenstedt

Back to the roots

Artikel vom 15.10.2011 in der Oldenburgischen Volkszeitung:

Artikel vom 12.08.2011 in der Kreiszeitung:

Um die Artikel in voller Größe zu lesen, bitte einmal auf das Bild klicken.

Fast 3 Monate habe ich nichts mehr von mir hören lassen. Es ereignete sich einfach viel zu viel in letzter Zeit. Am 21 Juli musste alles ganz schnell gehen. Die Koffer wurden schon an den Vortagen gepackt, was nicht bedeutet sollte, dass ich rechtzeitig fertig war als Susan mich abholen wollte.

Ein letztes Abschiedsfoto und dann ging es gemeinsam in einem von ihrer Schule breitgestellten Jeep in 3 Stunden Richtung Bangalore. Von dort ging unser Flug am nächsten Morgen nach Dubai. Natürlich hatte ich viel zu viel Gepäck dabei und so wurde kurzer Hand vor dem First Class Schalter mein Gepäck in Susan’s Koffer umdisponiert. Ruhigen Gewissens ging es dann zum „immigration“ Schalter und als man uns dort unsere Aufenthaltsgenehmigung wegnahm, kam echt das Gefühl auf: Es geht nach Hause!!

Unser Zwischenaufenthalt in Dubai war wie die Ankunft in einer anderen Welt. Luxus und Überfluss wohin das Auge blickte. Bedanken möchte ich mich nochmal bei Stephanie Stolle, die uns die Tage an Plätze und Ecke gebracht hat, die wir als Normalo-Touristen bestimmt nicht gesehen hätten. So wurden wir gleich nach der Landung von ihr zu einer Pool-Party im Atlantis – The Palm Hotel eingeladen. Verrückt wenn man bedenkt, dass wir zuvor noch mit einem kleinen indischen Taxi durch den Bangalore Traffic gerast sind, wild hupend versteht sich!

Weiteres Highlight war dann der Besuch des derzeit weltgrößten Gebäudes, dem Burj Khalifa. Von der Besucherterrasse hat man einen herrlichen Blick über die gesamt Stadt.

Außerdem war mein persönliches Highlight die Fahrt mit einem Jeep durch die Sanddünen in der Wüste. Selbst als Beifahrer hat es solch einen Spaß gemacht, sodass ich gar nicht wissen möchte wie es wohl abgeht wenn man am Steuer sitzt. Daneben sieht man natürlich in Dubai auch unglaubliche Kuriositäten. Bei täglich 40°- 42° Außentemperatur und einer Wassertemperatur, die der einer Badewanne gleichkommt, kann man sich eigentlich nur in klimatisierten Gebäuden aufhalten. Unser Weg führte also häufig in eine der vielen Malls. Und dort gibt es neben „Armini Kids“ auch die Möglichkeit eine Runde Ski zu fahren oder auf der hauseigenen Eislaufbahn eine Runde Schlittschuh zu fahren. Dabei befanden wir uns mitten in der Wüste.

Am 26. Juli war dann der große Tag gekommen. Es ging nun wirklich auf direkten Weg zurück nach Deutschland. Der Self-Check-In Schalter in Dubai hat zwar ein wenig Nerven gekostet und auch den Sicherheitscheck hätte ich dank eines vermeidlich bösartigen Kugelschreibers fast nicht passieren dürfen. Aber als wir dann im Wartebereich des Fliegers auf Marleen trafen und wir letztendlich in der Maschine ankamen, war all der Stress vergessen. Der Flug war wie der Hinflug sehr angenehm, das Board-Entertainment Spitzenklasse. Und kaum, dass wir bei Dresden die deutsche Landesgrenze überflogen hatten, drehte wir euphorisch völlig durch. Landung, Einreise und Gepäckrückgabe verliefen unproblematisch. Da ich meine Eltern schon vorgewarnt hatte am Flughafen bloß keinen großes Aufriss zu veranstalten, wurde ich dort von ihnen und meinem Bruder im kleinen Kreise abgeholt. Nach einer kurzen Verabschiedung von Marleen und Susan ging es im eigenen Auto Richtung Goldenstedt. Ich war völlig verwirrt vom Rechtsverkehr und auch wie schnell man auf deutschen Autobahnen wieder fahren kann. Kaum Zuhause angekommen, erwartete mich dann die nächste Überraschung. Meine Eltern konnten halt doch nicht ihre Füße stillhalten und hatten Zuhause eine kleine Überraschungsparty organisiert. Und bis in die späten Abendstunden wurde dann mit Freunden und Verwandten mein Wiedersehen gefeiert. Es wurde natürlich passend zum Wetter gegrillt und ein vernünftiger grüner Salat aufgetischt, den hatte ich mir das ganze Jahr über gewünscht.

Wieder Daheim blieb kaum Zeit sich Zuhause einzuleben. Mein Koffer blieb erst mal ein paar Tage Zuhause unausgepackt stehen. Ich wurde sofort voll eingebunden. Pflasterarbeiten hier, Freunde besuchen da. Auch der Stoppelmarkt wurde ausgiebig gefeiert und es war ein klasse Ort um all die Leute wiederzutreffen, die man so lange nicht gesehen hatte. Aber der Eigenkulturschock ließ nicht lange auf sich warten. Wo sind all die Menschen? Warum ist es hier so ruhig?? Als ich dann mit Andy, Hillu und Franz-Josef eine kleine Motorradtour gemacht habe, dachte ich nur innerlich: Wahnsinn, wie sauber, ordentlich und gepflegt hier alles ist. Die Menschen fahren mit ihren Fahrrädern durch die Gegend, gehen eine Kleinigkeit Essen. Wie verdammt idyllisch es hier doch ist. Und na klar passieren mir hier auch einige Sachen, die sich im letzten Jahr einfach in mein Hirn eingebrannt haben. So habe ich mich schon oft beim Autofahren erwischt, wie ich fast auf die Hupe drücken will, nur weil ein Auto in die Straßen einbiegen möchte. Aber dann denke ich mir:  „Nein, du brauchst ja gar nicht hupen,  hier halten sich ja alle an die Verkehrsregeln und warten!“.  Auch, dass ich falschrum durch die Kreisverkehr fahren, ist schon vorgekommen…

Was richtig schön war, war das Rückkehrer-Seminar vom 14.09.-18.09.2011 in Waldsieversdorf. Dort trafen sich all die weltwärts-Freiwilligen wieder um über ihre Erfahrung aus der ganzen Welt zu berichten. Man traf auf so viele Gleichgesinnte und hatte ein schönes Forum um sich auszutauschen.

Vor fast genau 2 Jahren, hat das Abendteuer Indien begonnen. Am 17. November bietet sich nun mir die Möglichkeit im Bürgersaal in Goldenstedt ab 19 Uhr über meine Erfahrungen zu berichten. Der Eintritt ist frei und ich lade alle Interessierten dazu herzlich ein.

Damit ist die Sache nach 2 Jahren dann auch wirklich rund!

Abschied nehmen…

Nach fast einem Jahr in Indien heißt es nun Abschied nehmen. Noch vor Monaten war einem alles so fremd und heute fühlt es sich so normal an, dass man sich gar nicht vorstellen kann in wenigen Stunden an einem völlig anderen Ort auf der Welt zu seien.

Ich verabschiede mich nun von den Kindern, vom Projekt, von den anderen Volunteers,  von Mysore und von dieser Kultur, die sich von der unseren so grundlegend unterscheidet. Wir nehmen einen unglaublichen Erfahrungsschatz für unser weiteres Leben mit. Aber genug mit den Sentimentalitäten, hier einfach noch die letzten Tage in Bildern.

Vor 14 Tagen musste ich mich schweren Herzens von meinem Motorrad trennen. Zuvor wurde es noch einmal gründlich gereinigt.

Und vom meiner Werkstatt durchgecheckt.

Ein letztes Posing:

Danach wurde Abschied genommen von Ravi und seiner Familie. Ravi haben wir als Schüler unserer Computer class kennengelernt und im Laufe der Zeit entstand daraus ein freundschaftliches Verhältnis. Zum Abschluss wurden wir dann von seiner Familie zum Essen eingeladen. Von einer Hindu Familie zum „beef“ Essen eingeladen zu werden, so etwas muss man sich erst mal auf der Zunge zergehen lassen.

Von unseren Kids haben wir uns natürlich auch noch vernünftig verabschiedet. Wir haben ihnen einen „Special Day“ bereitet. An diesem Tag haben wir unsere gesamten Vorräte an „german choclate“ (Gummibärchen) und Luftballons verteilt, wobei meine Tante extra dafür noch welche nachgeschickt hat.

Als besonderes Extra haben wir für jedes Kind und für die  Staff Mitglieder Bilder ausgedruckt.

Eigentlich war geplant, dass wir den Kindern zum Mittagessen Wackelpudding servieren. Leider konnten wir den Kühlschrank aber nicht benutzen und bei 25 Grad Raumtemperatur haben wir den Wackelpudding nicht fest bekommen. Schade eigentlich, aber so gab es eben einen Special Drink.

Zum Abschied nehmen, gehörte auch das letzte Mal in Indien von Hand zu waschen. Eine Sache, die ich in Deutschland bestimmt nicht vermissen werde.

Seit ein paar Tagen räumen wir nun unser Zimmer leer. In einem Jahr hat sich ganz schön was angesammelt. Das Meiste hinterlassen wir unseren Nachfolgern, diese können sich über Wasserkocher, Internetstick und ausführlicher Zusammenfassung über das Projekt und Mysore freuen.

Für mich geht es nun nach Bangalore, am Freitag geht dann der Flieger nach Dubai. Dort hab ich einen planmäßigen Zwischenstopp, den ich um ein paar Tage verlängert habe. Nach ein paar Tagen Dubai geht’s dann zurück nach Deutschland. Dort erwartet mich der “Eigenkulturschock”….